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  • am 24.01.2010
  • um 04:30 PM
  • von Killer Bee

Angehört: “Love & War” von Daniel Merriweather 4

Jan24

Ich gebe zu, beim Thema Soul bin ich intolerant. Zu meiner Ehrenrettung muss ich aber sagen, dass es Gesetzmäßigkeiten gibt, die sich immer bewahrheitet haben: 1. Ordentlicher Soul wird bei den altehrwürdigen Labels Motown oder Styx  veröffentlicht (sieht man mal von wenigen Ausreißern ab). 2. Weißer Mann und Soul funktioniert nicht zusammen…

…sieht man mal von Michael Mac Donald (der alles singen kann) und Mick Hughnall ab. 3. Es gibt keine aktuelle Musik mehr, die auch nur im Ansatz funky ist! Nein, Amy Winehouse ist nicht funky! Mit all diesen Vorbehalten im Kopf habe ich mir “Love & War” von Daniel Merriweather angehört. Daniel Merriweather, ein junger, australischer Gentleman mit großer Liebe für die Musik von Stevie Wonder (die 1970er), Prince (die 1980er) und Boys II Men (die 1990er) und einem starken, tief beseelten Organ.

Ihm gelingt, was der fast schon wieder verglühten Girl-Soul-Hoffnung Joss Stone vorgeschwebt sein mag, nämlich eine zeitgemäße Fusion aus klassischem Soul und modernen R’n’B mit unverkennbar eigener Note. Dafür musste Merriweather, der seine Zeit zwischen New York und London aufteilt, lange gegen Mauern anrennen. Im Rock-Land Australien wollte der Durchbruch nicht gelingen. Zum Glück lernte er den englischen Produzenten Mark Ronson (Amy Winehouse, die wie gesagt nicht funky ist) kennen, sang für dessen Album eine Version des Smiths-Klassikers “Stop Me If You Think You’ve Heard This One Before” und konnte Ronson davon überzeugen, Lücken im Terminkalender zu den Aufnahmen für sein Debütalbum zu nützen.

Als Begleitband fungieren darauf die fantastischen Dap Kings, die uns von ihrem letzten Album mit Soul-Kraftstimme Sharon Jones und auch ihrer Auftragsarbeit für Amy Winehouse (Back To Black – trotzdem nicht funky) noch in bester Erinnerung sind. Man erkennt sie sofort im treibenden “Not Giving Up”, in der schwelgenden Orgel von Chainsaw”, aber auch in bluesigen Balladen wie “Cigarettes” oder “Water And A Flame” (ein Duett mit der supertalentierten Adele), die ohne ihren erdigen Groove vielleicht seichter ausgefallen wären. So aber ist Love & War ein rundum gelungenes, berührendes Soul-Schürfen einer Stimme, die man sich merken sollte.


Daniel Merriweather - Love & WarDaniel Merrieweather – Love & War


Fotos:  Sony

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Es gibt 4 Kommentare zu diesem Beitrag.

  1. palimpalim palimpalim sagt:

    Daniel Merrieweather ist ein echter Lichtblick am Soul-Horizont. Tanzbarer Soul von Down Under. Groovy. Seine Stimme kommt mir allerdings ein wenig lasch daher.

  2. Mat Mat sagt:

    Ich interessiere mich NULL für Soul, aber nach dem Artikel bin ich doch neugierig.

  3. [...] dem Musicload Blog habe ich das Album von “Daniel Merriweather – Love and War” entdeckt (hier gehts [...]

  4. [...] was ihre derzeitigen Musikfavoriten sind, schon immer waren und warum dem so ist: Soul von Daniel Merrieweather oder wie man auch Abba-Musik lieben kann ohne Abba-Fan zu [...]

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